Das Kaleidoskop wurde seit dem Studienauftrag 2017 Schritt für Schritt verfeinert. Der kreisförmige Bau ist seit Beginn des Schuljahres 2025/26 in Betrieb und beherbergt Unterrichtsräume für 24 Schulklassen unter einem Dach. Lernlandschaften, Tagesbetreuung und Aula bilden ein vielseitig nutzbares Gefüge – und mittendrin: die Bereiche für Lehrpersonen, die Berther Büromöbel gemeinsam mit den Projektpartnern gestaltet hat.
Der Ring gliedert sich in vier Segmente um einen Innenhof. Die topografische Situation ermöglicht unterschiedliche, natürlich belichtete Geschosse, welche über aussenliegende Lauben direkt erschlossen sind. Während die Klassen- und Lernlandschaften vor allem auf die Schülerinnen und Schüler ausgerichtet sind, fokussierte sich Berther auf jene Räume, in denen Lehrpersonen ankommen, auftanken, sich austauschen und arbeiten: eine Cafeteria als grosszügige Aufenthaltszone, Büroarbeitsplätze mit Sitzungszimmern sowie Vorbereitungszonen mit Kopierern und weiterer Infrastruktur. Die Schülermöbel stammen bewusst von anderen Lieferanten, wodurch eine klare Fokussierung auf die spezifischen Bedürfnisse der Lehrpersonen ermöglicht wurde.
Drei Perspektiven, ein Konzept
Im Zentrum stand ein konsequent kollaborativer Prozess. Eine Vorstudie mit Workshops definierte früh die Nutzungsanforderungen. Auf dieser Grundlage entwickelte Berther Vorschläge für die Möblierung, die die Gesamtprojektleiterin Sabine Herzog und ihr Team von Ernst Niklaus Fausch Partner architektonisch, farblich und funktional spiegelten. Parallel dazu brachte die Auftraggeberschaft, vertreten durch den Leiter Bildung Bernhard Bacher, das Feedback der Lehrpersonen ein. «Unser Ziel war ein Möblierungskonzept, das Architektur, Nutzersicht und das Know-how von Berther zu einem stimmigen Ganzen verbindet», erklärt Sabine Herzog.
Herzstück dieser Konzeption ist ein 5,5 Meter langer Tisch in der Cafeteria. Er fungiert als zentrale Drehscheibe: Hier wird gegessen, informell beraten, spontan geplant oder einfach kurz durchgeatmet. Die Verwendung von beschichtetem Multiplex-Sperrholz verleiht dem Raum eine atelierartige Atmosphäre, die Kreativität und Offenheit ausstrahlt. So wird aus einem Aufenthaltsbereich ein lebendiger Treffpunkt für das Kollegium.
Gleichzeitig waren Rückzug und Konzentration zentrale Themen. In Zusammenarbeit mit Berther entstand die Meeting-Box «Atelier»: ein akustisch gedämpfter Raum im Grossraumbüro, der Besprechungen, vertrauliche Gespräche für vier Personen oder fokussierte Einzelarbeit ermöglicht, ohne die Flexibilität der Grundstruktur zu beeinträchtigen. Diese Lösung zeigt exemplarisch, wie architektonisches Denken und Möbeldesign ineinandergreifen können.
Flexibel, ergonomisch, erprobt: Möbel, die den Alltag bestehen
Flexibilität und Ergonomie ziehen sich als Gestaltungsprinzipien durch alle Lehrpersonenbereiche. Leichte, modulare Tische und mobile Schränke, teilweise gemeinsam mit einer Schreinerei entwickelt, lassen sich schnell zu neuen Settings konfigurieren – vom stillen Arbeitsplatz bis zur spontanen Teamsitzung. Unterschiedliche Sitzoptionen, von Sesseln über Hocker bis zu höhenverstellbaren Stühlen, tragen individuellen Vorlieben und körperlichen Bedürfnissen Rechnung.
Ein Schlüsselmoment im Projekt war der Besuch im Berther-Showroom. Lehrpersonen testeten dort Möbel und Materialien direkt vor Ort. Diese Hands-on-Erfahrung baute Vorbehalte ab, stärkte das Vertrauen in ergonomische Entscheide und führte zu differenziertem Feedback, das in die finale Planung einfloss. Sabine Herzog bringt die Bedeutung der spezialisierten Zusammenarbeit für das Projekt auf den Punkt: «Wir sind nicht ausreichend in der Möbelwelt zuhause, um immer die passenden Stücke zu kennen – da entwickelt sich laufend extrem viel. Es ist deshalb wertvoll, mit jemandem wie Cécile Berther zusammenzuarbeiten, die die neuesten Entwicklungen kennt, gute Ideen einbringt und die passenden Möbel liefern kann.»
Heute zeigt der Alltag im eingeweihten Kaleidoskop, wie stark durchdachtes Mobiliar zu einem angenehmen, professionellen Arbeitsumfeld beiträgt und wie eine Schule zu einer inspirierenden Arbeitslandschaft für Lehrpersonen werden kann.


